Fachwerkhäuser und historische Bauten
Luftaufnahme der Altstadt



Parchim befindet sich an der Europäischen Route der Backsteingotik und zählt zu den wenigen Städten in Mecklenburg, deren mittelalterliche Stadtstruktur bis heute sehr gut erhalten geblieben ist. Mit einem beeindruckenden hohen Bestand an historisch bedeutsamen und sanierten Fachwerkgebäuden steht der Altstadtkern einschließlich der Wallanlagen und den Resten der Stadtmauer deshalb auch als Flächendenkmal unter Denkmalschutz.

Zinnhaus
Zinnhaus Parchim


Lange Straße 24

Das Zinnhaus in Parchim zählt zu den kulturhistorisch bedeutendsten Bürgerhäusern Parchims und prägt das Bild der Langen Straße mit seiner auffälligen baulichen Gestaltung. Der zweitälteste erhaltene Profanbau der Stadt aus dem Jahre 1612 diente als Zinngießerei und als Haus des Stadtwachtmeisters. Um 1800 erfolgte eine klassizistische Umgestaltung des Straßengiebels, so wie dieser sich heute darstellt. 1993 wurde das Haus in völlig desolatem Zustand geräumt. Seit 1993 wurde es komplett saniert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Sehenswert sind neben dem farbig gestalteten Hausgiebel das Windenrad im Dachstuhl, die Eichenbalkendecken und das große Gewölbe mit wasserführendem Schacht. Das Zinnhaus ist geöffnet montags und freitags von 09:00 bis 13:00 Uhr und dienstags von 13:00 bis 18:00 Uhr und während der Öffnungszeiten des Restaurants.

Moltke Gedächtnisstätte
Fachwerk Parchim


Lange Straße 28

In dem um 1790 errichteten Gebäude wurde der preußische Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke am 26. Oktober 1800 geboren. Graf Moltke zählt heute zum mecklenburgischen Uradel und hatte in seiner Funktion als Chef des Generalstabes einen maßgeblichen Anteil an den Siegen in den drei Einigungskriegen (Deutsch-Dänischer Krieg 1864, Deutscher Krieg 1866, Deutsch-Französischer Krieg 1870/71). Am 26. Mai 1994 erfolgte in diesem Haus die Eröffnung der Moltke-Gedächtnisstätte. Diese wurde von der Moltke-Stiftung Berlin unter Mitarbeit des Parchimer Museums eingerichtet. Der Besucher erhält einen Einblick in Leben und Werk dieser Persönlichkeit. In Vitrinen und auf Schautafeln werden Moltkes Beziehungen zu seiner Geburtsstadt sowie seine militärischen, wissenschaftlichen und literarischen Leistungen dargestellt.

Die Eintrittskarte des Stadtmuseums berechtigt auch zum Besuch der Gedächtnisstätte.

Bürgerhaus Parchim


Lindenstraße 3

In der Lindenstraße von Parchim findet man sehr interessante und auffallende Fachwerkhäuser. Das älteste Bürgerhaus Parchims wurde 1583 errichtet und fällt insbesondere durch die vorragenden Obergeschosse und einer Reihe Halbsonnen als Ornamente auf. Im Inneren des Gebäudes existiert ein Lastenaufzug und ein mittelalterlicher Keller mit Tonnengewölbe.

Das Bürgerhaus ist von außen zu besichtigen.

Giebelhaus


Lindenstraße 6

Eine Reise in die Geschichte zu den Kaufleuten der Stadt Parchim kann man machen, wenn man sich mit der Geschichte des Giebelhauses von Parchim befasst. Das imposante Backsteingiebelgebäude stammt aus dem Jahr 1604  und wurde im Stil der flandrischen Renaissance errichtet. Im Obergeschoss weist jeder zweite Ständer eine Fußstrebengestaltung mit Voll- und Halbsonnen auf, die typisch für das letzte Viertel des 16. Jahrhunderts waren. Das Haus kann als Beispiel dafür gelten, wie früher die Parchimer Kaufleute, die Fernhandel trieben, gelebt haben: im Erdgeschoss waren Wohnräume und Stallungen, und die oberen Geschosse waren Speicherräume; darauf weist auch der Lastenaufzug auf der Längsseite hin.  Mit der zur Straße Marstall ausgerichteten Seite weist es eine reich verzierte Fachwerkfassade auf. Im Frühjahr 2020, nach dem Kauf durch die Wohnungsbau GmbH erhielten hier nach aufwändigen Sanierungsarbeiten psychisch beeinträchtigte und geistig behinderte Erwachsene in einer Wohngruppe ein neues Zuhause. Ferner dient es als Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Handicap und als Anlaufstelle für die Lebenshilfe Beratungsstelle sowie die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung.

Kaiserliches Postamt  
Hotel in Parchim


Schuhmarkt 5

Unübersehbar steht das imposante und hervorstechende Gebäude des ehemaligen Kaiserlichen Postamtes am Schuhmarkt. Das Kaiserliche Postamtsgebäude ist im Stil der Neorenaissance errichtet worden. 1883 wurde die Post in Betrieb genommen. Das mit Säulen flankierte Hauptportal des Postgebäudes, ein Werk von Professor Hubert Stier von der Technischen Hochschule Hannover, wird bekrönt von einem achteckigen Turm mit Fenstern und runder Haube. Ein Posthorn, ein Bündel mit gezackten Pfeilen und das Emblem des alten Kaiserlichen Postamts in Sandstein gemeißelt erinnern an die frühere Nutzung des Gebäudes. Heute befindet sich hier ein Brauhaus mit Hotelzimmern.

Eckhaus auf dem Schuhmarkt


Schuhmarkt 7

Das Eckhaus am Schuhmarkt 7 ist ein besonders auffälliges Gebäude mit einer schönen, reich gegliederten Fachwerkfassade. Es wurde 1620 errichtet, 1777 umgebaut und als Ackerbürgerhaus genutzt. Unter dem Haus befindet sich ein Keller mit Steinfundamenten aus dem 14. Jahrhundert und ist somit eines der ältesten erhaltenen Bauwerke Parchims. 

Bartholomäuskapelle Parchim 


Mittelstraße 3

Eine kleine Besonderheit der Stadt Parchim ist in der Mittelstraße zu finden - die Bartholomäuskapelle. Diese wurde 1349 als Dank für die Errettung von der Pest gestiftet und ist so ein eindrucksvoller Zeuge Parchimer Stadtgeschichte. Sie, die früher „Alte Kirche“ genannt wurde, hat eine wechselvolle Geschichte erlebt. Der gotische Backsteinbau wurde bis etwa 1560 als Kirche genutzt. Nach der Reformation diente sie als Armenhaus, 1829 wurde sie an einen Kornhändler verkauft und diente als Speicher. Um die Jahrhundertwende wurde das Gebäude als „Herberge zur Heimat“ eingerichtet. Seit 1918 ist die Kapelle ein Evangelisches Vereinshaus.  

Die Kapelle ist nur von außen zu besichtigen.


Ehemaliges Wallhotel - Parchim
Sitz der Sparkasse


Moltkeplatz

An der östlichen Seite des Moltkeplatzes fällt ein mit Türmchen und Zinnen verziertes weißes Gebäude besonders auf. Es handelt sich um das ehemalige Wallhotel. Nachdem ab 1863 keine Steuern mehr an den Stadteingängen erhoben wurden, durfte man auch außerhalb der Stadtmauern bauen. 1863 entstand dieses prächtige Gebäude, das dem Geschmack dieser Zeit mit vielen Elementen des Tudorstils entsprach. Es war damals Parchims erste Adresse, im Innern großzügig gestaltet und mit feinster Küche, wo u.a. die Großherzöge und auch Graf von Moltke abstiegen. Heute befindet sich die Sparkasse in dem Gebäude.  

Dragonerkaserne


Putlitzer Straße

Eindrucksvoll in Größe und Bauart sticht in der Putlitzer Straße ein besonderes Gebäude hervor – die ehemalige Dragonerkaserne. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das II. Großherzoglich-Mecklenburgische Dragonerregiment Nr. 18 in der Putlitzer Straße in Parchim stationiert. Zu diesem Zweck wurde 1879 die Dragonerkaserne, ein beeindruckendes, 148 m langes und drei- bis viergeschossiges Mauerwerksgebäude mit Seitenflügeln im Stil des Historismus, errichtet. Gegenüber waren bereits Reitbahnen, Stallungen und andere Wirtschaftsgebäude entstanden. Die Garnison unterstand seit 1904 der Schirmherrschaft von Großherzogin Alexandra. Nach 1919 wurde die Kaserne weiterhin militärisch genutzt. Das Gebiet der Regimentsvorstadt war bis 1992 unter sowjetischer Besatzung. Seit 1998 befindet sich der Sitz des Landkreises in der ehemaligen Kaserne.  



Wasserturm
Historische Bauten


Meyenburger Straße

Auffällig ragt der Wasserturm im Ostteil der Stadt hervor. Dieser gehört mit seinen neugotischen Stilelementen zu den Wahrzeichen der Stadt. Der Wasserturm wurde 1906 fertiggestellt und enthält in 30 m Höhe einen Ausgleichsbehälter für das Wasserrohrnetz. 1918 wurde das Wasserwerk an die Stadt verkauft.   

Der Wasserturm ist von außen zu besichtigen.