Gedenken

Ein Zeichen gegen das Vergessen: Auszubildende pflegen Kriegsgräber

8. Mai als wichtiger Teil der Erinnerungskultur

Auszubildende pflegen sowjetische Kriegsgräber auf dem Parchimer Neuen Friedhof.
Auszubildende pflegen sowjetische Kriegsgräber auf dem Parchimer Neuen Friedhof.

Parchim. Zum 81. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa, setzen Auszubildende des Regionalen Bildungszentrums der Kreisstadt Parchim ein sichtbares Zeichen der Erinnerungskultur. In den vergangenen Wochen widmeten sich die Jugendlichen einer besonderen Aufgabe: der Reinigung und Pflege der Grabsteine auf dem örtlichen Ehrenfriedhof für gefallene Sowjetsoldaten.

Neben dem klassischen Berufsschulalltag, hieß es für die jungen Nachwuchskräfte an diesen Tagen: Hand anlegen für die Geschichte. Nach Absprache mit der Friedhofsverwaltung der Stadt Parchim wurden die Gedenksteine auf dem Ehrenfriedhof mit Bürste und Wasser von den Spuren der Witterung befreit, um die Namen der Gefallenen wieder lesbar zu machen und die Würde der Ruhestätte zu bewahren.

Die angehenden Kaufleute für Büromanagement sind sich sicher, dass Geschichte nicht nur etwas ist, das in Büchern steht. „Wenn man hier steht und die Inschriften säubert, wird einem die Bedeutung der Vergangenheit viel bewusster“, so Lilly Kossian, Auszubildende bei der Stadt Parchim über ihren Einsatz. „Es ist ein kleiner Beitrag, aber ein wichtiges Signal für den Frieden.“

Der 8. Mai bleibt auch in der Kreisstadt als Tag der Befreiung ein zentraler Pfeiler der Erinnerungskultur. Die Stadt Parchim legt großen Wert darauf, dieses Bewusstsein auch an die jüngere Generation weiterzugeben. Die Pflege der Kriegsgräber ist dabei mehr als nur Instandhaltung – sie ist ein aktiver Akt der Wertschätzung und Mahnung.

Über den Sowjetischen Ehrenfriedhof

Nach Kriegsende 1945 angelegt, wurde 1949 ein Denkmal (Obelisk) aufgestellt. 196 Verstorbene Zivilpersonen und Militärangehörige der damaligen Sowjetunion wurden hier beigesetzt, davon sind 80 namentlich bekannt.