Bauvorhaben

Nach Grabungen um St. Georgen: Würdevolle Beisetzung und wissenschaftliche Erkenntnisse

Zeremonie auf dem Neuen Friedhof

Die zahlreichen Knochenfunde wurden zunächst gesammelt.
Die zahlreichen Knochenfunde wurden zunächst gesammelt.

Parchim. Seit März 2025 lassen die Stadt Parchim, der Abwasserentsorgungsbetrieb und die Stadtwerke GmbH das Umfeld der St. Georgenkirche erneuern. Bereits im Vorfeld der Baumaßnahme war bekannt, dass sich auf dem Kirchhofgelände Bestattungen aus früheren Jahrhunderten befinden – vorrangig aus der Zeit nach dem Baubeginn der Kirche. Die Kirche wurde ab etwa 1270 auf den Resten des spätromanischen Vorgängerbaus von 1180 bis 1190 als dreischiffiger Backsteinbau im gotischen Stil errichtet und im Verlauf des 14. Jahrhunderts weiter ausgebaut. Bis etwa 1806 wurde das Umfeld der Kirche als Bestattungsort genutzt. Mit Beginn der Erdarbeiten traten diese erwarteten Überreste sichtbar zutage. Sie spiegeln unter anderem die Begräbniskultur zurückliegender Jahrhunderte wider.

Kurz vor Abschluss der Sanierungsmaßnahmen, die noch bis Oktober 2026 laufen sollen, und nach umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen haben am 10. September 2026 rund 400 weitere historische Individuen, die im Rahmen von Grabungsarbeiten auf dem ehemaligen Friedhof rund um die Kirche St. Georgen geborgen wurden, eine neue und würdige letzte Ruhestätte gefunden.

Um den Verstorbenen den gebührenden Respekt zu erweisen, erfolgte eine anonyme Beisetzung auf dem Parchimer Neuen Friedhof. Den Pastorinnen Anja Pasche und Bettina Jordanov war es dabei ein großes Anliegen, die Erinnerung an den einstigen Friedhof sowie an das Leben und Wirken der dort begrabenen Parchimer Bürgerinnen und Bürger aufrechtzuerhalten.

Weitere archäologische Funde werden derzeit im Museum der Stadt Parchim im Rahmen der Sonderausstellung zu 800 Jahren Parchim präsentiert.